Unsere erster Fund war in der Wörmlitzer Straße 108. Vor der Tür eines Restaurants fanden wir zwei Stolpersteine, die dem Ehepaar Jenny und Alfred Goldmann gewidmet sind. Wir fanden mehrere Informationen über das Paar heraus und Konstantin pflegte präzise die beiden Stolpersteine. Wir hörten, dass das Ehepaar seine Wohnung in der Wörmlitzer Straße aufgeben und in ein Judenhaus einziehen musste. Dort wurden sie dann getrennt. Alfred Goldmann starb dann am 14.4.1943 in Theresienstadt, was ein Konzentrationslager war und Jenny Goldmann verstarb am 05.06.1943 in dem Sammellager Halle. Wir machten uns dann auf dem Weg zum Jerusalemer Platz, wo wir auf eine Gedenkstätte der Synagoge trafen, welche genau an diesem Tag 1938 verbrannt wurde. Nach mehreren Angaben der Nazis war dieser Anschlag nicht geplant, aber es deutet alles daraufhin, fest ,dass er doch vorbereitet wurde. Wie in anderen Städten wurde der Feuerwehr gesagt, dass sie nur die benachbarten Häuser mit Wasser besprühen sollten. Mancherorts bekamen die Schüler der umgebenden Schulen am Morgen nach dem Anschlag gesagt, dass sie später kommen könnten und beim Brand zuschauen sollten. Wir erfuhren auch etwas über die heutige Synagoge in der Humboldtstraße und dass es in Halle zwei jüdische Gemeinden gibt. 1990 lebten nur noch sieben Menschen jüdischen Glaubens in der Stadt, heute sind es über 700.

Nachdem wir an der Gedenkstätte der Synagoge fertig waren, haben wir uns rund um denn Jerusalemer Platz auf die Suche nach weiteren Stolpersteinen gemacht. Am Großen Berlin 8 sind wir fündig geworden. Dort befand sich ein Altenheim, was erklärte, warum wir dort eine größere Ansammlung von Stolpersteinen fanden. Wir reinigten mehrere dieser Steine, damit sie wieder sichtbar werden, so den Stolperstein für Alfred Riesenfeld. Unter anderem befand sich dort auch der Stein von Aron Abramowitz (1876-1944). Er war ein aus Leipzig stammender Kaufmann und kam 1941 als Witwer in das Altenheim Großer Berliner 8. Später musste er allerdings in ein ,,Altersheim" in der Boelckestraße 24 (heute Dessauer Straße) umziehen. Nach einem Umweg über Berlin wurde er am 10.Januar 1944 nach Theresienstadt deportiert, wo er am 27. Februar 1944 starb. Seine beiden Töchter Lea und Ruth überlebten den Krieg.

Im Laufe unseres Ausflugs erfuhren wir weitere Geschichten. Eine von ihnen handelte von einer Familie aus Halle, die sich in Belgien niederließ. Doch als die Deutschen dann auch Belgien besetzten, wurden sie verhaftet. In einem Konzentrationslager kam die ganze Familie später ums Leben.

Nach diesem spannenden Ausflug liefen wir zur Haltestelle Franckeplatz und fuhren zurück zur Schule. Der Tag hat uns sehr gefallen, da es eine wichtige Erfahrung war. Wir hoffen, dass jetzt alle mehr über die Geschichte von Halle wissen und so etwas nie wieder passiert.

Chelsea und Juli – Religion Kl. 7

 

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